Eine Frühbehandlung unterstützt Kinder während der wichtigen Phase des Milch- und frühen Wechselgebisses, in der das Kieferwachstum besonders gut beeinflussbar ist. Gerade in dieser Wachstumsphase können Zahn- und Kieferfehlstellungen schonend korrigiert oder sogar verhindert werden. Frühe Maßnahmen schaffen Platz für bleibende Zähne, erleichtern deren Durchbruch und können den späteren Bedarf an festsitzenden Behandlungen reduzieren. Auch das Ausmaß einer später notwendigen Therapie fällt häufig deutlich geringer aus, wenn im Wechselgebiss bereits sanft eingegriffen wurde.
In welchem Alter ist eine Frühbehandlung sinnvoll?
Eine kieferorthopädische Frühbehandlung kann bereits ab dem 7. Lebensjahr sinnvoll sein. Besonders günstig ist der Zeitraum zwischen dem 7. und 10. Lebensjahr, da sich Kieferwachstum und Zahnentwicklung in dieser Phase gezielt beeinflussen lassen. Eine frühe Behandlung ist vor allem dann empfehlenswert, wenn deutliche Auffälligkeiten wie Platzmangel, Kreuzbisse, ausgeprägte Kieferfehlstellungen oder ein gestörter Zahnwechsel vorliegen. In diesen Fällen kann frühzeitig gegengesteuert und spätere, aufwendigere Behandlungen oft reduziert oder vermieden werden. Kleine Lücken oder leicht gedrehte Frontzähne im Wechselgebiss sind hingegen häufig unproblematisch und regulieren sich oft im Laufe der Entwicklung von selbst.
Ziel der Behandlung
Eine Frühbehandlung verfolgt das Ziel, das Wachstum von Kiefer und Zähnen positiv zu beeinflussen und optimale Voraussetzungen für die bleibenden Zähne zu schaffen. Dadurch können spätere Fehlstellungen abgeschwächt oder sogar vollständig vermieden werden.
- Schaffung von ausreichend Platz für die bleibenden Zähne
- Förderung eines harmonischen Kieferwachstums
- Vorbeugung schwerer Zahnfehlstellungen
- Vermeidung oder Reduktion der Dauer und des Umfangs späterer Behandlungen
- Unterstützung eines geordneten Zahndurchbruchs
Herausnehmbare Zahnspange im Überblick
Eine aktive Dehnplatte ist eine herausnehmbare kieferorthopädische Apparatur, die individuell aus Kunststoff gefertigt wird und mit feinen Drahtklammern an den Zähnen Halt findet. Schrauben, Federn oder Klammern üben sanften Druck aus und bewegen Zähne oder Zahngruppen Schritt für Schritt in die gewünschte Position. Sie kann den Oberkiefer erweitern, Platz schaffen, gekippte Zähne aufrichten oder einzelne Fehlstellungen gezielt korrigieren. Für Kinder besonders motivierend: Die aktive Platte lässt sich in vielen Farben, zweifarbig, mit Glitzer oder Motiven gestalten.
Manchmal reicht eine Dehnplatte allein nicht aus, um die gewünschte Entwicklung von Zähnen und Kiefer zu unterstützen. Bei stärkeren Zahn- oder Kieferfehlstellungen können zusätzlich andere Geräte eingesetzt werden, zum Beispiel einzelne Brackets, eine Gaumennahterweiterung oder Spangen, die beide Kiefer miteinander verbinden. Durch diese Kombination lässt sich eine besonders gezielte, sanfte und stabile Korrektur erreichen – und eine spätere Behandlung mit festen Zahnspangen wird deutlich einfacher oder sogar vermieden.
Aligner - Durchsichtige Schienen für Kinder
Auch im Wechselgebiss können individuell angefertigte, transparente Kunststoffschienen eingesetzt werden. Kinder-Aligner berücksichtigen den Zahnwechsel und die Entwicklung des Zahnbogens. Sie bewegen die Zähne schrittweise in die geplante Position; die Behandlung wird vorab digital in 3D geplant und regelmäßig kontrolliert.
Ob Aligner für Ihr Kind geeignet sind, hängt von der Fehlstellung, der Entwicklungsphase und der Mitarbeit ab. Die Schienen werden in der Regel 20 bis 22 Stunden täglich getragen und zum Essen und Zähneputzen herausgenommen. Gerade jüngere Kinder brauchen dabei die Unterstützung ihrer Eltern. Bei komplexen Fehlstellungen kann eine andere Apparatur oder eine Kombination mehrerer Methoden sinnvoller sein.
Vorteile von Alignern
- Unauffällig: Transparente Schienen fallen beim Sprechen und Lächeln kaum auf.
- Herausnehmbar: Essen und Zähneputzen sind ohne eingesetzte Schienen möglich.
- Gute Mundhygiene: Zähne und Zahnzwischenräume bleiben gut erreichbar.
- Ohne Metallteile: Die Behandlung kommt ohne störende Drähte aus.
- Digital geplant: Die vorgesehenen Zahnbewegungen werden vorab in einem 3D-Behandlungsplan festgelegt.
Dauer der Behandlung
Je nach Ausgangssituation dauert eine Frühbehandlung im Milch- oder frühen Wechselgebiss zwischen 12 und 18 Monaten . Die regelmäßige Mitarbeit des Kindes, insbesondere beim Tragen der herausnehmbaren Spange, ist für den Behandlungserfolg entscheidend. Nach Abschluss der aktiven Phase wird die Zahnspange häufig noch nachts als Retention weitergetragen, um das erreichte Ergebnis zu stabilisieren.